Auf dem Weg zum Supervollmond

Der aktuelle Wochentipp unserer Coaches: Auf dem Weg zum Supervollmond. Von einem Supermond spricht man dann, wenn der Mond der Erde besonders nahe kommt und dieses Ereignis dann auch noch mit dem Vollmond zusammenfällt. Den nächsten gibt es schon am Dienstag, 19. Februar 2019. Der Mond erreicht die Vollmondphase an diesem Tag um 16:53 Uhr MEZ. Die geringste Entfernung zur Erde hat er um 10:02 Uhr MEZ.

Also Kameras und Stative vorbereiten. Hier einmal ein tagesaktuelles Beispiel auch dafür, dass der Mond auch am hellen Tag toll wirken kann. Ihr wollt mehr dazu wissen, dann kommt doch in unsere Gruppe Erlebnis Fotografie – Austauschportal von Photoauszeit.de.

Auf der Suche nach dem Mann im Mond

Klarer Himmel, heller Mond: Da lohnt es sich mal wieder nach dem Mann im Mond zu suchen. Hat heute noch nicht geklappt. Das heißt aber nicht, dass es bis zum nächsten Vollmond, der übrigens wieder ein Blutmond werden wird, nicht klappen kann.

Blutmond

Warum heißt der Blutmond eigentlich Blutmond. Bei einer Monfinsternis verdunkelt sich der Planet nie komplett. Tritt er in den Erdschatten ein, erscheint er in einer bis ins fahle Blutrot leuchtende Farbe. Der Grund: Die Erde steht bei diesem Phänomen zwischen Sonne und Mond. Das Sonnenlicht wird in der Erdatmosphäre gebrochen. So fällt der rötliche Schatten auf den Mond.

21. Januar 2019 – ab 03:36

Bei klarem Himmel sehen wir eine solche Blutmondfinsternis in der Vollmondnacht am 21. Januar. Dann tritt der Mond um 03:36 Uhr in den Halbschatten ein. Ab 04:10 Uhr beginnt dann die Verdunkelung des Mondes. Von 06:12 Uhr bis 06:43 dauert die maximale Verdunkelung des Planeten.

Fototipps

Bereits beim letzten Blutmond haben wir unsere Tipps zur Fotografie des Blutmondes gepostet. Hier noch einmal unser Link.

Stressiger Blutmond

Der Vollmond macht ja des Öfteren die Menschen verrückt. Wenn es aber ein Blutmond ist, scheint es sich ganz besonders auszuwirken. Es ist nicht so, dass man Menschen findet, die in ihren Gärten oder auf öffentlichen Plätzen ein Wolfsgeheul in Richtung des Mondes anstimmen. Dazu bleibt er – zumindest hier im Westen – zu lange auf einer flachen Kurve und selbst am Niederrhein eine gefühlte Ewigkeit unsichtbar. Als er sich dann zeigt, wird ein Traum wahr!

Vorfreude

Viele machen es wie ich: Schon Tage zuvor Testfotos vom Mond aufnehmen. Eistellungen testen, die einem am Abend der Abende dann auch nicht viel nutzen. Man sieht sich Fotos an, unsere Coaches überlegen sich, wie man den Mond am Besten einfangen kann. Und dann ist er da, der Blutmonabend!

Testballon, der Mond zwei Tage vor dem Ereignis.

Abend der Abende

Ich versuche es im heimischen Garten. Da gab es bei den Testfotos einen genialen Blick auf den Mond. Heute ist das irgendwie anders. Nicht geht, kein Mond zu sehen. Der Frust wächst.Nach unendlich erscheinendem Warten springe ich ins Auto mit Kamera und Stativ und fahre ich los.

It’s a long way ….

Der Parkplatz an der Walsumer Hubbrücke könnte ein toller Ort sein, um den Mond zu suchen und vielleicht auch erfolgreich zu finden. Beim Einbiegen in die Straße zum Parkplatz trifft mich der Schlag. Autos am linken und rechten Straßenrand machen ein Durchkommen fest unmöglich, oben drehen kann man kaum mehr und Platz ist da auch nicht. Also etwa 200 Meter wieder rückwärtsfahren, unterbrochen von Fußgängern, die aus der Dunkelheit hinter meinem Wagen auftauchen oder den von mir ohnehin so geschätzten Radfahrern ohne Licht, die sich durch die Wagenkolonne schlängeln.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Frustriert fahre ich zurück zum eigenen Garten. Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt. Deshalb wage ich einen letzten genervten Blick nach draußen:

DA IST ER!

Der Blutmond in meinem Garten, in seiner ganzen Pracht. Nein, es ist nicht der chinesische Lampion des Nachbarn, es ist wirklich der Mond und er ist voll. Und er ist rot.

Jetzt aber schnell

Jetzt aber schnell, weil in der linken Ecke wird das Objekt der Begierde nach dem langen Warten schon wieder ein wenig heller.Serien mit kleinen Veränderunge und der kritische Blick auf den Bildschirm. Stimmen Schärfe, Blende und Belichtungsdauer?

Danach dann am Laptop die Auswertung: 100 Bilder gemacht, sechs, die ganz ordentlich passen. Noch ein wenig dran schrauben und noch vor 24 Uhr online stellen. Jetzt ist der Mond schon zur Hälfte wieder normal. Schön war es, stressig war der Blutmond, ein einmaliges Erlebnis. Es hat sich gelohnt.

Heinrich Wullhorst

Photoauszeit.de: 10 Tipps zur Blutmondnacht

Schnell noch ein paar Tipps von den Photoauszeit-Coaches, um den Blutmond am heutigen Abend gut ins Bild setzen zu können.

Photoauszeit-Tipps zur Mondfinsternis

1. Ihr benötigt Eure Kamera, ein Objektiv mit möglichst langer Brennweite, vielleicht ergänzt durch einen Telekonverter. Um „Verwackler“ zu vermeiden empfiehlt sich neben einem notwendigen Stativ der Einsatz eines Fernauslösers.

2. Wir empfehlen, wie eigentlich immer, die Bilder in RAW-Qualität aufzunehmen, was Euch bei der Nachbearbeitung erhebliche Vorteile bringt.

3. Sucht Euch einen Standort mit freier Sicht auf den Mond und ohne beeinträchtigende Lichtquellen. Sinnvoll ist es, um Streulichter weiter auszuschließen, die Gegenlichtblende auf das Objektiv zu schrauben.

4. Bei Aufnahme einer hellen Lichtquelle kommt es oft zu Überstrahlungen, so dass vom Mond am Ende nur ein heller Kreis übrigbleibt. Deshalb solltet Ihr die Belichtung MANUELL einstellen. Traut auch also einfach mal an den Modus M heran. Um einen ungefähren Wert zu haben, könnt Ihr ja zuvor einmal im Blendenvorwahlmodus die Belichtungszeit anzeigen lassen. Dazu wählt Ihr am besten die „Spotmessung“ Eurer Kamera. Ihr müsst Euch aber ohnehin an die optimale Belichtung herantasten. Wir empfehlen, zur Vermeidung von Rauscheffekten, die ISO so gering wie möglich einzustellen. Und in jedem Fall AUTO-ISO ausschalten!

So nicht

Misslungen: Der Mond überstrahlt, der Fotograf ärgert sich. 400 ISO, Blende 6,3, 0,5 Sek., 600mm

So schon

ISO 100, Blende 8, 1/15 Sek, 600 mmm

5. Die Belichtungszeit sollte, um Wackler zu vermeiden, ohne Stativeinsatz nicht unter 1/30 Sekunde liegen. Aber hier müsst Ihr probieren und auch gerne mal eine längere Belichtungszeit einsetzen. In der Regel sollte die Belichtungszeit um so kürzer sein, je länger die Brennweise wird. Die Probleme erspart Ihr Euch mit der Benutzung eines Stativs.

6. Bei der zu wählenden Blende empfehlen wir eine Einstellung zwischen Blende 8 und Blende 11.

7. Wenn es möglich ist, kann man die Schärfe mit dem Autofokus suchen lassen. Gelingt das nicht, oder muss man nachschärfen, sollte das manuell erfolge. Nach der Einstellung der Schärfe unbedingt auf MF schalten, mit sich während der Fotoreihe die Schärfeeinstellung nicht mehr verändern kann.

8. Bei einer Spiegelreflexkamera sollte man – soweit das möglich ist – die Spiegelvorauslösung einschalten.

9. Kontrolliert zwischendurch immer Eure Ergebnisse und verändert die Einstellungen bei Blende und Belichtungszeit.

10. Viel Freude und Erfolg! Und postet gerne mal Eure Ergebnisse unter auf unserer Facebookseite: www.facebook.com/photoauszeit

Photoauszeit.de: Euer Weg zu guten Fotos!

Bild des Tages 02.03.2018

Der Vollmond zieht nicht nur Schlafwandler in seinen Bann, auch als Fotomotiv begeistert er uns. Wie wünschen Euch allen einen guten Start ins Wochenende und geht mal mit Eurer Kamera raus.